Mittwoch, 10. Februar 2010

Von der Dekadenz

Wir leben in einer dekadenten Welt. „Wir“, damit sind diese paar wenigen Prozent der Weltbevölkerung gemeint, die weit über die Befriedung existenzieller Grundbedürfnisse hinaus, einen Wohlstand angehäuft haben, der sie dem reinen Kapitalismus frönen lässt und Konsum zur Alltagsbeschäftigung hat werden lassen. Konsum ist zu einem eigenen Bedürfnis geworden, das die Frage danach, was konsumiert werden soll, in den Hintergrund treten lässt. Eine solche Umkehrung der Logik muss der Bevölkerung in Dritte-Welt-Ländern äußerst grotesk erscheinen. Aber man darf diese Konsumgesellschaften bzw. -gesellschaftsschichten nicht deswegen verurteilen, weil sie sich nach der Befriedigung existenzieller Bedürfnisse weitere suchen, die nicht mehr nur mit dem reinen Überleben zusammenhängen. Die Möglichkeit zum Konsum schafft sich nun mal seine Bedürfnisse. Das wäre beim zu Wohlstand gelangenden Entwicklungsland auch nicht anders, als es anderenorts schon geschehen ist und hat noch nichts mit Dekadenz zu tun.

Um die Dekadenz zu identifizieren, müssen wir uns noch mehr in die Groteske vor wagen, die der uns diesen Wohlstand bescherende und deshalb so lieb gewordene Kapitalismus für uns bereithält, auch wenn er derzeit im moralischen Sinne, wie auch bei der Frage nach der Sicherung seiner eigenen Nachhaltigkeit, doch mit deutlicher Schlagseite umher kreuzt.

Der Kapitalismus ist vielleicht deshalb so erfolgreich, weil er so schön einfach ist. Lass jeden innerhalb der rechtsstaatlichen Ordnung tun was er will, der Staat halte sich so gut es irgendwie geht raus, denn es wird das Naturgesetz unterstellt, dass sich der Markt immer noch am besten von allein regele, und wer zum Schluss am meisten Geld hat, hat gewonnen. Das Wertesystem des Kapitalismus ist somit auch schnell formuliert: Es geht um Geld. Macht und Status werden oft mit angeführt, sind aber zumindest im Feld der Wirtschaft schwerlich zu erreichen, ohne dass auch das entsprechende Geld vorhanden ist bzw. gleichzeitig verdient wird. Also ist Geld bzw. Vermögen der ultimative Wert in der Gesellschaftsform des Kapitalismus. Die freien Demokratien sind so aufgebaut, dass es grundsätzlich jeder schaffen kann und niemand bereits durch das gesellschaftliche, religiöse oder politische System von vornherein daran gehindert wird, mit der richtigen Idee, den richtigen Fähigkeiten und ausreichendem Fleiß sich ein Vermögen zu schaffen. Natürlich ist es aufgrund der Anfangsbedingungen und der lebensweltlichen Beschränkungen nicht für jeden neuen Sprößling unserer Gesellschaft gleich einfach, auch zu einem Erfolg zu gelangen. Das tut aber der grundsätzlichen Aussage keinen Abbruch. Diese Abhängigkeit vom Elternhaus zeigen andere Systeme noch deutlich extremer. Mit diesem Grundsatz kann aber der Kapitalist im Umkehrschluss auch behaupten, dass jemand der eben nicht über entsprechendes Geld verfügt, in unserer Gesellschaft nicht zu den Gewinnern gehört und es letztendlich ihm selbst angelastet werden kann.

Geld bedeutet bei ausreichendem Angebot, welches der Kapitalismus von sich heraus schafft, Konsummöglichkeiten. Die Nachfrage schafft sich das Angebot, heißt es bei Keynes. Dort jedoch, wo im Kapitalismus die Dekadenz anzusiedeln ist, wird es noch grotesker. Das Geld schafft sich das Angebot und das Angebot schafft sich die Nachfrage. Das meint, das Wissen um in der Gesellschaft vorhandenes Geld, das ausgegeben werden will, lässt die Produzenten kreativ werden und ein Angebot schaffen, von denen die Nachfrager bisher noch keine Vorstellung hatten. Durch dieses Angebot, verbunden mit der entsprechenden medialen Injizierung, werden erst Bedürfnisse geschaffen, die sicherlich weit oben in der Maslow'schen Pyramide anzusiedeln sind. Warum gäbe es sonst Millionärsmessen? Das Angebot schafft sich hier die Nachfrage, weil es nur von jenen wahrgenommen werden kann, die das Geld haben und es auch ausgeben wollen.

In der Dekadenz löst sich der Grund vom Konsum jedoch mehr und mehr von dem eigentlichen Mehrwert, den das Produkt zu bieten hat. Das Angebot … man würde das Wort „entartet“ verwenden, wenn es nicht so vorbelastet wäre. Es werden Angebote geschaffen, deren primärer Anspruch es ist, teurer zu sein. Wie diese Teuerung erreicht wird, ist zweitrangig; sie muss nur irgendeine Begründung haben, die mit einem tatsächlichen Mehrwert für den Konsumenten dieses Gutes nichts mehr zu tun haben muss. Dekadenz ist der Selbstzweck der sozialen Differenzierung. Ist der Konsum, nicht mehr um des Konsums Willens, denn das schafft auch die Mittelschicht und in Zeiten der Discounter sogar die Unterschicht. Nein, Dekadenz ist der Konsum mit dem Beweggrund, sich von denen abzugrenzen, nach „unten“ abzugrenzen und dies vor allem auch zu zeigen, die finanziell nicht in der Lage sind, Gleichwertiges zu konsumieren. … Nein. Falsch. Die Dekadenz schafft sich eigene Werte, damit das, was eigentlich gleichwertig ist, nicht mehr als solches erscheint.

Erkläre jemand den Mehrwert von Blattgold auf einer Currywurst und den Grund, warum es Menschen gibt, die diese tatsächlich konsumieren. Der einzige, der sich ableiten lässt, ist einer der Dekadenz. Es ist teuer. Es kann sich nicht jeder leisten. Und die Auffälligkeit des Goldes schafft den notwendigen sozialen Abstand. Keiner wird zu Hause alleine seine Wurst vergolden. Das wird dort getan, wo es auch gesehen wird. Dies ist nur das absurdeste vieler Beispiele. Warum Champagner so viel mehr kostet als ein guter Weißwein, kann auch keiner alleine mit dem Geschmack erklären. Es ist das Symbol was zählt. Und dort wo Symbole zum Selbstzweck werden, dort ist die Dekadenz zu Hause.

Jedem Menschen ist es vergönnt, sein erarbeitetes oder auch geschenktes Geld auf jede erdenkliche Weise auszugeben. Nur dort, wo die soziale Abgrenzung von weniger Betuchten oder auch nur weniger verschwenderisch umgehenden Menschen, der einzige Sinn des Konsums ist, sind die schlimmsten Auswüchse des Kapitalismus erreicht. Mit einer gewissen Stoik und inneren Ruhe lässt sich jedoch sogar bei diesen Auswüchsen noch Indifferenz bewahren, so lange niemand direkt dadurch geschädigt wird, weil ein sich so bezeichnender Liebhaber es für kulturell hält, sein Besteck an Diamantgriffen zu halten.

Jedoch lässt sich die Frage stellen, ob nicht ein tieferer Zusammenhang zwischen diesen Auswüchsen des Kapitalismus, auch wenn die Dekadenz ihm sicher nicht vorbehalten und auch sicher nicht seine Erfindung ist, und seiner ihm innewohnenden Krankheit besteht. Diese Krankheit, die in kürzer werdenden Abständen und mit zunehmender Heftigkeit Blasen bildet. Eine kapitalistische Blase ist die Entfernung der Werte für Unternehmen, Rohstoffe und sonstige Güter, die an den Börsen und an den Weltmärkten bezahlt werden, von ihrem eigentlichen fairen Wert, wie schwer ein solcher auch immer zu bestimmen ist. Ist die Tendenz des Menschen zu Dekadenz der Grund für die Krankheit oder ist etwa die Dekadenz die Krankheit selbst, weil es scheinbar immer Menschen gibt, die das zwanghafte Bedürfnis haben, der ganzen Welt zu kommunizieren, dass sie mehr finanzielle Mittel besitzen, als der rechts und links neben ihnen? Oder ist die Dekadenz nur einer der absurdesten Auswüchse und der eigentlich Grund, dass die Menschen durch die mediale Injizierung von (Pseudo-) Bedürfnissen immer mehr konsumieren wollen, als sie eigentlich an Wert für die Gesellschaft erzeugen? Dieser Konsum aber durch das gemeinsame Interesse der Konsumenten, Produzenten, Kreditinstitute und der Politik durch Kredite finanziert wird, die zwangsläufig irgendwann kollabieren müssen, wenn der Abstand zwischen realen Werten, also denen, die letztendlich die Konsumenten in ihrer parallelen Funktion als Arbeitskräfte der Gesellschaft und damit der einzigen Wert erzeugenden Instanz hervorbringen und deren Bewertung, die durch das virtuelle Geld der Kredite in die Höhe getrieben werden, zu groß wird und auch von der gesamten Interessengemeinschaft nicht mehr geleugnet werden kann.

Es wird sich wohl in nicht allzu ferner Zukunft zeigen. Der Kapitalismus steht auf dem Prüfstand. Die zunehmende globale Verschuldung der Staaten, mit der auch gerade wieder das System vor dem Kollaps bewahrt wurde, dadurch aber einen potenziellen Verfall nur beschleunigt hat, wird nicht endlos tragbar sein. Es ist naiv zu glauben, dass das gleiche System, was es zwar zu Wohlstand gebracht hat, dies aber offensichtlich auf Pump, plötzlich eine Kehrtwende erleben wird, in der der Wohlstand sich weiter mehrt, mindestens aber erhalten bleibt und es trotzdem vermag, den Trend der Verschuldung umzukehren. Auch der Sozialismus ist daran gescheitert, dass er nicht genug Werte erzeugen konnte, für die Kosten die er verursacht hat. Ausgetragen hat es und tut es noch heute die Bevölkerung dieser Staaten. Ausmalen mag man sich es nicht, wie die Welt aussieht, wenn der Kapitalismus final scheitern sollte. Es fehlt nämlich noch ein System, dass in die Presche springen könnte, um dadurch den Fall abzubremsen, zu stoppen und umzukehren, so wie es der Kapitalismus für den Sozialismus war und ist. Ein Gutes hätte es allerdings. Dekadenz würde es dann weit weniger geben.

Montag, 14. Dezember 2009

Von der Toleranz

Natürlich ist er tolerant.
Natürlich hält er sich für tolerant.
Jeder hält sich für tolerant.
Toleranz heißt, akzeptieren wie das Gegenüber ist.
In seinem Denken, seinem Sein, seinem Aussehen, seiner Gestik, seiner Mimik, seiner Sprache, seinem Dialekt, seinem Geschlecht, seiner Sexualität, seinen Leidenschaften, seinen Lastern.
Utopie kommt ihm in den Sinn.
Er wäre gerne tolerant, „... aber wer sich so anzieht ...".

Natürlich ist er unvoreingenommen.
Natürlich hält er sich für unvoreingenommen.
Unvoreingenommenheit ist die Voraussetzung für und Folge der Toleranz.
Wenige Leute sind unvoreingenommen.
Das moderne Leben überredet sie dazu und ihre Faulheit nickt.
Ihre Klischees dominieren sie.
Klischees sind wichtig.
Sie helfen, sich im modernen Leben zu Recht zu finden.
Klischees sind Schubladen.
Ihr Öffnen sozialer Instinkt.
Autofahren ist Instinkthandeln.
Der Instinkt lässt ihn am Baum kleben, während das Reh lebt.
Instinkte töten.

Vielleicht wartet die blondierte Lidl Kasse gerade auf Antwort von Diogenes:
„Die Verneinung des Kleinsten
– Warum Demokrit Unrecht hatte
und der Zug bei den Strings nicht anhalten muss.“
Er würde zu Recht dagegen wetten
aber ist verblüfft durch erneute 0 aus 49.
„Irgendwann muss doch…“
Nein! Es muss nicht!
Streichholz und Suche nach der Kasse.

Klischees sind Instinkt.
Instinkte sind Regeln für den Umgang mit der Masse,
nicht der Ausnahme.
Die Realität kennt Ausnahmen.
Die Realität definiert sich durch Ausnahmen.
Alles, was besonders ist, ist Ausnahme.

Klischees schaffen Grenzen.
Wasserstoff schafft Grenzen.
Das Band an der Kasse schafft Grenzen.
Unvoreingenommenheit erlässt Visa.
Toleranz heißt Schengen.

Klischees wollen ordnen. Ordnen in Schubladen.
Auch das, was nicht zugeordnet werden kann.
Ausnahmen können nicht zugeordnet werden, weil sie besonders sind.
Das erkennen die Klischees nicht.
Und zwängen das Besondere in eine Schublade des Normalen.

Klischees ziehen Schlüsse.
Schlüsse aus der Zuordnung zu der Schublade.
Vorgefertigte Schlüsse.
Unreflektierte Schlüsse.
Nicht-individualisierbare Schlüsse.
Nie ganz richtige Schlüsse.
Äußerst falsche Schlüsse, wenn sie auf das Besondere treffen.

Unvoreingenommenheit heißt, die Schublade nicht zu schließen.
Heißt, Offenheit für einen Wechsel der Schublade bereit zu halten.
Seine Meinung ändern zu können, dazulernen zu können.
Zu Erkennen, dass das Besondere in keine Schublade passt.
Oder in viele gleichzeitig.
Nur das Banale liegt in einer einzigen Schublade richtig.
Das Besondere zu erkennen bedeutet, unvoreingenommen zu sein.
Unvoreingenommen zu sein bedeutet, Chancen zu geben.

Toleranz heißt, dass die Schublade egal ist.
Heißt vielleicht, keine Schubladen zu besitzen.
Die gesellschaftlich vorgefertigten nicht zu benutzen.
Sie zu hinterfragen oder einfach zu ignorieren.
Das Gegenüber immer als Individuum zu begreifen.
Und die Einzigartigkeit des Individuums zu respektieren.

Toleranz ist Instinkt ...oder harte Arbeit.
Nicht jeder kann jeder Arbeit nachgehen.
Es gibt Naturtalente.
Aber es darf keine Ausrede sein.
Nicht jeder kann die Zeit relativieren.
Trotzdem wollen sie viele verstehen.
Und anwenden.
Durch harte Arbeit.

Toleranz bedarf Befähigung… Geist.
Es kann jedoch befähigt werden.
Es kann gelernt werden.
Von anderen.
Von Patentamtsangestellten.

Intoleranz ist, nicht zu verstehen.
Ist, die Position nicht wechseln zu können …oder zu wollen.
Weil die eigene bekannt ist.
Weil die eigene sicher ist.
Von Innen.
Weil die andere die eigene von Außen betrachten würde.
In Frage stellen würde.
Und Intoleranz erzeugen könnte.
Sich selbst gegenüber.
Angst.
Sich selbst nicht tolerieren zu können.
Die eigene Fratze zu sehen.

Intoleranz ist Egomanie.
Ist Zentrierung des Selbst.
Unwissenheit, um die Endlosigkeit der Zentren.
Jeder Mensch ist Zentrum.
Zentrum der eigenen Egomanie.
Das Bewusstsein macht den Unterschied.
Bewusstsein erhofft Toleranz.
Werte liegen in den Zentren.
Werte sind Inertialsysteme.
Das eine ist ohne das andere nichts.
Und doch wissen sie nichts voneinander.
Intoleranz ist fehlende Erkenntnis.

Intoleranz ist Ignoranz.
Kann es sein.
Beim zur Befähigung Fähigen.
Ist, die Lebenswelt nicht zu antizipieren.
Sie nicht zu sehen.
Um Ihre Existenz nicht zu wissen.
Beim Unfähigen.
Nicht wissen zu wollen.
Beim Fähigen.

Intoleranz ist Faulheit ...ist einfach.
Einfacher ...als Toleranz.

Toleranz ist harte Arbeit.
Zu erkennen.
Zu antizipieren.
Zu verstehen.
Anzuwenden.
Und den Blick zu wechseln.

Toleranz ist Mut.
Mut nicht toleriert zu werden,
weil man toleriert.
weil andere den Unterschied nicht sehen.
Den Unterschied zwischen Sein und Toleranz.

Toleranz ist wichtig.
Für die Menschen.
Für die Gesellschaft.
Für jede Gesellschaft.
Für den Frieden. Zwischen den Gesellschaften.
Für die Zufriedenheit. Innerhalb der Gesellschaften.
Für das Glück. Von allen.

Doch Toleranz hat einen Fehler.
Sie Bedarf der Vernunft. Der Vernunft von ALLEN.
Der Starke kann in Vorleistung gehen.
Er kann dem Unvernünftigen Zeit zur Einsicht geben.
Er kann tolerieren, ohne toleriert zu werden.
Er kann die Wange hinhalten.
Die eine und die andere. Ein um das andere Mal.
Er hält sie hin. Obwohl er der Starke ist.
Er kann Sie hinhalten. Weil er der Starke ist.

Aber wenn die Einsicht ausbleibt, weil die Vernunft nicht vorhanden ist.
Weil Werte existieren, die stärker sind als die Vernunft.
Weil Werte existieren, die ihre eigene Vernunft definieren.
Eine Vernunft in der Beschränktheit ihres Inertialsystems.

Dann beginnt die Einsicht zu bröseln.
Dann wird an der Vernunft gezweifelt.
Dann hat es die Unvernunft geschafft.
Dann wird der Starke schwach.
Dann ist es erreicht.
Das Ende der Toleranz.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Vom Ende der Toleranz

(Fortsetzung Von der Toleranz)

Natürlich ist er nicht tolerant.
Wie kann er tolerant sein?
Das Problem ist das Inertialsystem.
Es enthält keine Toleranz.
Es enthält Glauben – kein Wissen.
Wissen ist verboten.
Glaube, sagt das Inertialsystem,
ist sublimer als Wissen.
"Wer hat sich diese Scheiße ausgedacht?
Wer „glaubt“ diese Scheiße?"
Die Erkenntnisse sind die Epiphanien!
… nicht Ahnungen.

Erkenntnisse sind Gott.
Mit jedem Schritt der Wissenschaft erkennt man Gott.
Sieht ihm direkt ins Gesicht.
Entdeckungen sind die Entblößung der Schöpfung.
Quarks sind Schöpfung.
Gott denkt kompliziert.
Die Kompliziertheit ist unsere Aufgabe.
Unser Sinn.
Demokrit hatte Unrecht.
Man muss nicht glauben, um Gott zu sehen.
Man sieht ihm jeden Tag direkt ins Gesicht.
Da ist es doch egal, wer er ist.
Keiner weiß es.
Aber jeder will etwas glauben.

Religion macht den Glauben zum Gesetz.
Zum alleinigen.
Religion ist Intoleranz.
Intoleranz bedeutet Krieg.
Religion tötet.
Wir sehen alle in das gleiche Gesicht und wollen uns doch verschiedene Bilder machen.
Du sollst Dir kein Bild machen!
Das ist der Sinn.
Bilder weichen ab.
Und man beginnt zu streiten.
Über die Abweichungen in der Interpretation des Gleichen.
Interpretation ist malen.
Völlig unnötig.
Wir sind da!
Das reicht doch!
Wir sehen Quarks!
Wie viel Gott brauchst Du noch?

Gott ist unnötig.
Das hat er selbst gesagt.
Er hat uns allein gelassen.
Absichtlich.
Auf eigene Beine gestellt.
Wie gute Eltern das nun mal tun.
Er hat uns in die beste, und wenn nur weil einzig bekannte Existenz geworfen.
Und sagte
„Lauft!“.
„Gemeinsam!“
„Nach Vorne!“
„Findet Eure Ziele!“
„… und streitet Euch nicht!“ … Das hat er wohl vergessen.

Gott ist weg.
Ob weg oder tot macht hier keinen Unterschied.
Da ist es doch egal, wer er ist oder war.
Er will nicht, dass wir uns vor ihm rechtfertigen.
Wir haben nicht eine Rechtfertigungsebene.
Wir haben bald 7 Milliarden.
Das ist Gott.
Wir sind Gott.
Nicht die Kirche.
Nicht die Moschee.
Nicht die Synagoge.
Wir müssen uns nur vor der Gesellschaft rechtfertigen.

Religion ist intolerant.
Intoleranz de facto.
Intoleranz de jure.
Intoleranz de deus.

Religion ist Chauvinismus.
Hitler war Chauvinist.

Toleranz heißt auch, andere glauben zu lassen.
Religion erlaubt keinen anderen Glauben.
Glaube tötet nicht. Religion tötet.
Töten darf nicht toleriert werden.
Religion darf nicht toleriert werden, wenn sie tötet.
Glaube, wenn Du es brauchst.
Was Du willst.
Aber töte nicht.
Und sei tolerant.